Internationalismus zwischen Staat und Gesellschaft

Gedanken zum Internationalismus in der DDR

Bruno Schwedt, ostdeutscher Aktivist, aktiv in Recherche- und Öffentlichkeitsarbeit

In der Rhetorik der DDR-Veröffentlichungen und -Literatur wird deutlich, dass Internationalismus einen hohen Stellenwert für die DDR nach innen wie nach außen hatte. Aber was damit wirklich gemeint war, oder besser gesagt, wer das Wort »Internationalismus« aus welcher Überzeugung heraus genutzt hat, wird auf den ersten Blick nicht so schnell klar. Da lohnt es sich, genauer hinzuschauen und vor allem auch diejenigen nicht zu übersehen, die vielleicht das Wort Internationalismus gemieden, aber durchaus internationalistisch gehandelt haben.

Bevor wir uns direkt mit der DDR beschäftigen, ist uns wichtig zu betonen, dass ein internationalistischer Geist in Ostdeutschland tiefe Wurzeln hat, die weit über die überschaubare Lebensdauer der DDR hinausgehen. Dabei haben die ansässigen Gesellschaften einen Internationalismus gelebt, der ihre Heimat, die Region, mit der sie sich geographisch und kulturell verbunden fühlen, mit Gemeinschaften einer anderen Heimat verband. Es ist wichtig zu verstehen, dass Heimat in diesen Fällen nicht als Grenzen eines politischen Herrschaftsgebietes verstanden werden kann, sondern eine Region, die Heimat von unterschiedlichen Sprachen, Kulturen und Nationen sein kann.

Die Sueben-Konföderation um das Jahr 0 oder der Lutizenbund im 9. Jahrhundert sind Beispiele dafür, wie sich germanische und slawische Stämme verbanden, um sich gemeinsam vor Angriffen zu schützen. Es gibt viele weitere Beispiele von Bündnissen zur gemeinsamen Verteidigung, aber auch vom bloßen Interesse, von anderen Kulturen zu lernen und sich auszutauschen. Genauso viele Beispiele wird es geben, die uns noch gar nicht bekannt sind oder bei denen es uns auch gar nicht möglich ist, sie archäologisch zu rekapitulieren – und doch sind sie Teil unserer Geschichte von Völkern, die mit einem internationalistischen Geist ihr Leben organisiert haben.

Diese Form des Internationalismus – zur gemeinsamen Verteidigung gegen Herrschaftssysteme und zur Entwicklung menschlicher Werte durch regen Austausch von unterschiedlichen Kulturen – war seit der neolithischen Revolution fester Bestandteil der Menschheitsgeschichte weltweit.

Auf dieser geschichtlichen Basis konnte im 19. Jahrhundert innerhalb der Arbeiter:innenbewegung, geprägt durch den wissenschaftlichen Sozialismus, der Begriff Internationalismus entstehen. Er war eine Antwort auf die sich neu formierenden imperialen Herrschaftssysteme, denen sich die unterdrückten Klassen nur gemeinsam entgegenstellen konnten. Die Entstehung der Arbeiter:innenbewegung war dabei aber auch stark vom Diskurs des neuen Herrschaftskonzeptes des Nationalstaates beeinflusst. So schreiben Marx und Engels im Manifest der Kommunistischen Partei:
»Die Arbeiter haben kein Vaterland. Man kann ihnen nicht nehmen, was sie nicht haben. Indem das Proletariat zunächst sich die politische Herrschaft erobern, sich zur nationalen Klasse erheben, sich selbst als Nation konstituieren muß, ist es selbst noch national, wenn auch keineswegs im Sinne der Bourgeoisie.«

Damit drücken sie die Gemeinsamkeiten der unterdrückten Klassen des Proletariats aus, die ihnen eine gemeinsame Identität (Nation) geben. Sie drücken die Notwendigkeit aus, sich als unterdrückte Klassen international zu verbinden. Darüber hinaus analysieren sie die Folgen der TeileundHerrschePolitik im erstarkenden Weltkapitalismus:
»Die nationalen Absonderungen und Gegensätze der Völker verschwinden mehr und mehr schon mit der Entwicklung der Bourgeoisie, mit der Handelsfreiheit, dem Weltmarkt, der Gleichförmigkeit der industriellen Produktion und der ihr entsprechenden Lebensverhältnisse.«

Was Marx und Engels hier beschreiben, ist eigentlich der Prozess eines Soziozids, die Zerstörung einer Gesellschaft und ihrer kulturellen Identität, als Folge einer Liberalisierung. Weg von der Diversität der Kulturen, Sprachen, Arbeitsformen, entsprechend der regionalen Realität, hin zu einer Homogenität ohne eigene Identität. Weiter schreiben sie:
»Die Herrschaft des Proletariats wird sie noch mehr verschwinden machen. Vereinigte Aktion, wenigstens der zivilisierten Länder, ist eine der ersten Bedingungen seiner Befreiung.«

Die von ihnen beschriebenen »Gegensätze der Völker« entstehen aus einer Spaltungspolitik imperialer Mächte, wie z.B. einem anti-slawischen Rassismus, der in der deutschen Gesellschaft geschürt wird; damit kann aber niemals die Unterschiedlichkeit und Diversität verschiedener Gesellschaften gemeint sein. Denn diese stehen nicht im Gegensatz zueinander, vielmehr ergänzen sie sich. Die von Marx und Engels beschriebene Übernahme der politischen Herrschaft durch das Proletariat führte dabei aber zu einer weiteren Homogenisierung des Proletariats und zum Verlust einer vielseitigen demokratischen Gesellschaft.

In Ostdeutschland hat die Politik des »Teilen und Herrschens« ohne Zweifel tiefe Wunden hinterlassen. Die gewaltvolle Christianisierung slawischer Stämme, die Vertiefung der Unterdrückung der Frau, die Abholzung der Wälder und ­Trockenlegung ostdeutscher Sümpfe bis hin zu einschneidenden Ereignissen wie dem Dreißigjährigen Krieg, den drei deutschen Einigungskriegen zur deutschen Nationalstaatsgründung und vielen weiteren Ereignissen – dies alles hat tiefe Keile zwischen Gesellschaften getrieben und gezielt ein demokratisches Zusammenleben angegriffen. Für den Aufbau der DDR waren die Spuren des deutschen Faschismus und seiner Germanisierung und Vertreibungspolitik noch am deutlichsten präsent. Regionen wie die am Flusslauf von Oder und Neiße, die bis vor kurzem noch im Sinne einer demokratischen Nation für viele unterschiedliche Menschen eine Heimat boten – so war es nicht unüblich, dass ein deutsches Dorf direkt neben ­einem polnischen, sorbischen oder jüdischen Dorf lag – wurden durch Massaker, Vertreibung und Umsiedlung radikal verändert.
Vor diesen großen Herausforderungen stand der Internationalismus bei Gründung der DDR in Ostdeutschland.

Eine verpasste internationalistische Chance

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es viele Versuche von der Gesellschaft und sozialistischen Kräften, erste Schritte der Selbstverwaltung zu gehen. Viele Sozialist:innen, die zur NS-Zeit inhaftiert waren oder sich versteckt halten mussten, ergriffen jetzt die Initiative, um eine Entnazifizierung voranzutreiben und die Notwendigkeiten der Gesellschaft zu organisieren, die unter Hunger und den Folgen des Krieges litt. So wurden an vielen Orten antifaschistische Ausschüsse gegründet, die die Regionalverwaltung übernahmen. Aber auch die selbstverwaltete Region Schwarzenberg und die Selbstbefreiung des KZs Buchenwald sowie das gegenseitige Versprechen im »Schwur von Buchenwald« waren Ausdruck dieser Bestrebungen. Mit den zurückkommenden Exilgruppen, die, wie die Gruppe Walter Ulbricht, größtenteils in Moskau ausgebildet worden waren, gab es ein großes Potenzial, die lokalen Aufbauarbeiten der Selbstverwaltungen mit den Erfahrungen internationalistischer Kämpfe, wie der Revolution in der Sowjetunion, zu ver­­binden.
Ein solcher Prozess konnte auf dem Gebiet der DDR jedoch leider nicht zu Stande kommen. Die zurückkehrenden Kader aus dem Exil in Moskau folgten streng dogmatisch dem realsozialistischen Paradigma, das den Staat als Instrument der Befreiung ansieht und seinen Fortbestand sowie die Führungsrolle der sozialistischen Einheitspartei als unumgänglich betrachtet. Alle anderen Versuche der (Selbst-)Organisation mussten, dieser Doktrin folgend, dem Staat und der Partei untergeordnet werden. Eine Beziehung zur demokratischen Gesellschaft auf Augenhöhe konnte so nicht entstehen. Beeinflusst durch den Stalinismus und die Losung »Sozialismus im eigenen Land«, die den Aufbau eines Nationalstaates unter der Führung der Sowjetunion vorsah, hat die Gruppe um Walter Ulbricht alles daran gesetzt, jede Form der Selbstverwaltung in das Staatsprojekt einzugliedern oder zu unterbinden.

Leitlinien des Staates und Unterstützung nach außen

Eine der zentralen Leitlinien war die des »Revolutionären Welt­prozesses« mit seinen 3 Säulen
1. Unterstützung der sozialistischen Staatengemeinschaft
2. Unterstützung kommunistischer Parteien im Kapitalismus
3. Unterstützung nationaler Befreiungsbewegungen

Weitere Begriffe, die im Zusammenhang des revolutionären Weltprozesses genannt wurden, wie Proletarischer Internationalismus, Solidarität oder Friedliche Koexistenz, waren in der ostdeutschen Gesellschaft durchweg präsent, da sie eigentlich täglich in der Schule, im Radio, im Fernsehen oder im Betrieb benannt wurden.

Auch die Zehn Gebote zum neuen Sozialistischen Menschen , die 1958 von Walter Ulbricht verkündet wurden und in jedem FDJ-Heft zu finden sind, geben einen guten Einblick in die Idee des staatlichen Internationalismusbegriffes und wie sich das Individuum dazu verhalten sollte. Dieser Versuch wirft zunächst die Frage auf, ob die DDR-Staats- und Parteiführung tatsächlich der Auffassung war, das gesamte Werteverständnis der Lesenden durch diesen, naturgemäß stark verkürzten Gebotekatalog verändern zu können. Wer wird schon durch das Auswendiglernen eines solchen Textes zum sozialistischen Menschen?

Es sind Begriffe, die durchaus mit praktischen Handlungen und Kampagnen gefüllt wurden, angefangen von gegenseitiger materieller und militärischer Unterstützung bis hin zu Wissensweitergabe. Doch waren sie für einen Großteil der Gesellschaft nur hohle Phrasen und »geschwollenes Gerede«, wurden sie doch nur auf die Staaten und deren Institutionen bezogen und nicht auf den direkten Austausch von Mensch zu Mensch und von Kultur zu Kultur. Auch hier sehen wir, dass ein entscheidender Teil des internationalistischen Geistes, der die Diversität einer Gesellschaft berücksichtigt und die menschlichen Beziehungen in den Vordergrund stellt, nicht ausreichend verankert war.
Projekte, die zwar staatlich geführt wurden, wie z.B. der Stu­den­tenaustausch, oder die »Brigaden der Freundschaft« der FDJ, aber auch Solidaritätskampagnen wie z.B. die Befreiungskampagne für Angela Davis, haben aber auch dazu geführt, dass direkter Austausch ermöglicht wurde und Freundschaft, wie Internationalismus, als ein innerer Wert wachsen konnte. Deswegen hatten diese Projekte durchaus eine gesellschaftliche Verankerung, was zu einem Solidaritätsgefühl und einer Verbundenheit mit etwas Größerem geführt hat.

Hier zeigt sich ein zentrales Problem, das in der DDR immer wieder bei der Entwicklung und Verankerung sozialistischer Werte auftauchte und das aus der dogmatischen Auslegung des staatlichen Paradigmas und einem verkürzten Materialismus herrührt: Vielerorts wurden durch die Staats- und Parteiführung zwar materielle Verhältnisse verändert, die Veränderung der gesellschaftlichen Mentalitäten aber vernachlässigt. Man ging davon aus, die Mentalitäten und Persönlichkeiten würden sich von allein verändern, wenn sich nur die materiellen Verhältnisse änderten, in denen die Menschen lebten, und der Staat nur genug Veränderung vorgäbe.

So kommt es auch in Bezug auf den Internationalismus zu dem Widerspruch, dass die demokratische Gesellschaft zwar durch den Staat erzogen werden sollte, ihm in Fragen der sozialistischen Werte aber oft voraus war und an diesen Stellen mit dem Staat in Widerspruch geriet, etwa wenn sich Kontakte zwischen internationalen Vertragsarbeitenden und der DDR-Bevölkerung trotz strenger Segregation und Verboten eben doch nicht ganz verhindern ließen und diese Beziehungen teilweise bis heute in der Gesellschaft fortbestehen.

Außerstaatlicher Internationalismus

Genauso, wie schon die staatlichen Projekte auf direkten Verbindungen zwischen den Menschen aufbauten, hatte sich die Neugier auf das Unbekannte und der tief menschliche Wunsch, sich gegenseitig zu unterstützen, auch außerhalb des staatlichen Rahmens Wege gebahnt. Ein prägnantes Beispiel dafür ist die Solidarität mit Nicaragua, in der sich staatlicher und gesellschaftlicher Internationalismus immer mehr vermischten. Neben einer zuerst staatlich initiierten Solidaritätskampagne wuchsen immer mehr selbstorganisierte Solidaritätsgruppen, wie z.B. die Initiativgruppe Hoffnung Nicaragua (IHN) aus Leipzig, die durch Kunstauktionen und gemeinsames Spendensammeln mit der Kirche hohe Spendensummen aufbrachte.

Sehr interessant ist an dieser Stelle die Rolle der Kirche in der DDR. Im Gegensatz zum größten Teil ihrer Geschichte in Deutschland, befand sich diese in der DDR in einer außerstaatlichen Rolle. Welchen (zum Teil durchaus positiven) Einfluss das sowohl auf die Gesellschaft als auch auf die Kirche selbst hatte, ist eine äußerst spannende Frage und sollte an anderer Stelle unbedingt tiefgreifender erforscht werden. Gleichzeitig ist noch weitgehend unergründet, welche Rolle die Kirche in den sogenannten »Wühltätigkeiten« kapitalistischer Propaganda und westlicher Spionage gespielt hat und wie genau sich auch das auf die DDR-Gesellschaft und die demokratische Opposition auswirkte. Wir können aber festhalten, dass sie in einem gesellschaftlichen Internationalismus innerhalb der DDR eine wichtige Rolle eingenommen hat. Hier sei auf das Musik-Album »Menschenskind« von Gerhard Schöne (1985) verwiesen, der stark durch die Kirche beeinflusst Lieder über das Menschsein und die Menschlichkeit in der Gesellschaft schrieb.

Aber ein gesellschaftlicher Internationalismus hat sich nicht nur über die Staatsgrenzen hinaus bezogen, sondern auch nach innen in die DDR gewirkt. So hat uns z.B. eine Mutter davon erzählt, dass sie sich früher in Gastarbeiterheime geschlichen haben, um sich heimlich treffen zu können. Denn obwohl es in der DDR offiziell keinen Rassismus gab und er staatlicherseits als »Krankheit des Westens« abgetan wurde, wurden GastarbeiterInnen auch in der DDR systematisch ausgebeutet und separiert. Deshalb stellten ein staatlicher Rassismus sowie rassistisches Gedankengut in der Bevölkerung in der DDR den größten Angriff auf einen internationalistischen Geist dar.

Ein gesellschaftlicher Internationalismus hat auch von außen in die DDR gewirkt. So hat die Diskussion rund um die »Solidarność« in Polen den gesellschaftlichen Diskurs und die Entstehung der Bürgerbewegung in der DDR stark geprägt1. Die konträre staatliche Haltung dazu wird in einer Aussage von Helmut Müller, Mitglied des Zentralkomitees der SED, deutlich:
»Als Genosse Erich Honecker damals im Friedrichstadt-Pa­last den historischen Vorschlag zur Öffnung der Grenze zu un­serem sozialistischen Nachbarland unterbreitete, gab es ja be­kanntlich klare Partnerschaft mit der sozialistischen Staatsmacht der Volkspolen. An einen visafreien Verkehr mit konter­revolutionären Elementen als Partner war allerdings nie gedacht. Und das wird im Interesse des proletarischen Internationalismus und zum Schutze der DDR auch in Zukunft nicht der Fall sein.«

Fazit

Wie viele andere sozialistische Werte in der DDR, ist ihr Internationalismus geprägt von dem grundlegenden paradigmatischen Trugschluss der Befreiung der Gesellschaft durch den Staat. An diesem paradigmatischen Fehler schließen sich viele der Fehlentwicklungen an bzw. gehen aus ihm hervor. So kann in dieser Logik z.B. internationale Solidarität nur staatlich und zwischen Staaten organisiert werden. Jeder Versuch, solidarische Netzwerke außerhalb der Staaten bzw. an ihnen vorbei aufzubauen, sah sich dem Verdacht ausgesetzt, antistaatlich – also antisozialistisch – zu sein und wurde vom Staat entsprechend bekämpft. Auch eine Kritik nach innen, etwa an rassistischer Behandlung der Vertragsarbeitenden, konnte so nicht erfolgen.

Dieser Widerspruch kann als der Widerspruch zwischen dem staatlich-patriarchalen Prinzip einerseits und einer gesellschaftlichen, von Frauen geprägten Linie andererseits begriffen werden. Es ist kein Zufall, dass in all den oben benannten Beispielen von erfolgreichem außerstaatlichen Internationalismus Frauen eine zentrale Rolle gespielt haben. Ob als Gruppen, wie die »Frauen für den Frieden« oder als Einzelpersonen – sie waren die entscheidende Kraft in der Gesellschaft, die auf menschliche, also sozialistische Werte beharrte und einem sehr männlich geprägten, staatlichen Internationalismus etwas entgegensetzte bzw. ihn veränderte.

Es ist wichtig, in der Geschichte wie auch in der Gegenwart die Einflüsse von Herrschaft, Macht und Patriarchat sowie den Verlauf demokratischer Gesellschaften und den Erhalt von sozialistischen Werten zu verstehen. Wir können dabei nicht in »Gut und Böse« unterteilen, denn die Einflüsse einer demokratischen Gesellschaft einerseits und von patriarchalen Herrschaftssystemen andererseits spiegeln sich in den Begriffen, den Persönlichkeiten oder innerhalb der Bewegungen wider. Wenn wir in Ostdeutschland tiefgehende Veränderung anstreben, dann müssen wir in der Geschichte und in der Gegenwart die Linie der freien Frau verstehen. Sie zeigt uns am deutlichsten Widersprüche und Fehler auf, aus denen wir lernen können, und lässt getrennte Wurzeln unserer Geschichte neu wachsen, um Kraft für die kommenden Kämpfe zu ziehen.

Zur Frage der demokratischen Gesellschaft in der DDR und ihrem Widerspruch zum staatssozialistischen Paradigma hat die Forschungskommission »Michael Panser« mit dem Buch »Einige Gedanken unsere Geschichte betreffend – Zwischen demokratischer Gesellschaft und realsozialistischem Paradigma in der DDR« einen umfassenden Text als Diskussionsgrundlage vorgelegt. Wir schließen uns der Einladung an, die Geschichte der demokratischen Gesellschaft und die Folgen des Realsozialismus anhand dieses Textes zu diskutieren und aus diesen Diskussionen eine Perspektive für die Stärkung demokratisch-sozialistischer Strukturen in Ostdeutschland zu entwickeln.

 

1 Die »Niezależny Samorządny Związek Zawodowy »Solidarność«« (deutsch: »Unabhängiger Selbstverwalteter Gewerkschaftsbund »Solidarität««) ist eine polnische Gewerkschaft, die 1980 aus einer Streikbewegung heraus entstand und an der Revolution und Reform in Polen 1989 entscheidend mitwirkte.


Kurdistan Report 241 – April / Mai / Juni 2026

COMMENTS