Der internationale Kampf ist eine Notwendigkeit

Internationalistisch gegen die kapitalistische Moderne

Arjîn Rozerîn, Aktivistin der TJA, Tevgera Jinên Azad (Bewegung der freien Frauen)

 

Die Autorin zeigt die Bedeutung des ­Internationalismus für den kurdischen Freiheitskampf wie für die Vernetzung und Stärkung weltweiter Kämpfe auf.

Die Kräfte des destruktiven, gesellschaftsfeindlichen und das Chaos verschärfenden Systems der kapitalistischen Moderne erstarken, deshalb müssen auch die Kräfte der demokratischen Moderne ihren gemeinsamen Kampf für ein freies Leben und Dasein verstärken. Die Umsetzung der universellen Prinzipien des Sozialismus durch Länder, Völker und Gemeinschaften, die die Werte der demokratischen Moderne leben, und des Internationalismus, der die Solidarität und den gemeinsamen Kampf um diese Prinzipien zum Ausdruck bringt, bilden die Umgebung, in der sich die demokratische Moderne nachhaltig entfalten kann. Aus diesem Grund spielte der Internationalismus in allen Revolutionen eine wichtige Rolle, wie beispielsweise der Kampf Che Guevaras, der an der kubanischen Revolution teilnahm, die internationalen Brigaden im spanischen Bürgerkrieg und der Widerstand gegen den Hitler-Faschismus in Griechenland. Zahlreiche sozialistische Vorreiterinnen wie Clara Zetkin, Emma Ihrer, Rosa Luxemburg und Alexandra Kollontai haben sich ebenfalls stark im Geist des Internationalismus eingesetzt.

Die PKK wurde auf dem Prinzip des Internationalismus gegründet

Die kurdische Freiheitsbewegung, die sich aus dem Erbe der Revolutionen entwickelt hat, basiert seit ihrer Gründung auf Werten des Internationalismus. Die PKK begann ihren Kampf mit dem Anspruch, eine Bewegung der Menschlichkeit zu sein, und sie handelte von Anfang an nach dem Grundsatz »Am Sozialismus festzuhalten, heißt, an der Menschlichkeit festzuhalten« und blieb diesem Grundsatz bis heute treu. Die kurdische Freiheitsbewegung strebt danach, auch die neue Phase ihres Kampfes auf diesem Grundprinzip aufzubauen und mit internationalistischen Werten in die Zukunft zu gehen. Die maßgebliche Beteiligung von türkischen Internationalisten wie Kemal Pir und Haki Karer1 an der Gründung der Bewegung zeugt von ihrem Glauben an den internationalen Kampf. Die PKK wurde als Antwort auf den Märtyrertod von Haki Karer gegründet, und einer der ersten kollektiven Märtyrertode der Partei wurde im internationalen Kampf erlitten. Bei dem Angriff Israels auf die Arnon-Festung im Libanon am 5. Juni 1982 kamen 11 Genosen der PKK ums Leben. Dieser Preis war der konkreteste Ausdruck dafür, dass Internationalismus in der kurdischen Freiheitsbewegung kein taktisches Lippenbekenntnis ist, sondern schon immer tief verwurzelt war. Der Wegweiser (kurd.) Rêber Apo hat im Januar 1990 in seiner Bewertung das Verständnis der Bewegung vom Internationalismus wie folgt formuliert:»Während wir die Revolution in Kurdistan als nationale Befreiungsbewegung entwickeln, verleihen wir ihr auch einen wesentlichen internationalistischen Aspekt. Wir machen unsere eigene Revolution zu einer grundlegenden Stütze der türkischen Revolution und gleichzeitig zu einem soliden Fundament für nationale und demokratische Befreiungsbewegungen im gesamten Nahen Osten. Wir positionieren uns als eine Bewegung und als Fundament, auf das sich die demokratische Revolution und der Sozialismus in der Türkei stützen und aus der sie Kraft schöpfen können. Gleichzeitig sind wir eine Stütze, aus der die vielen großen und kleinen Völker des Nahen Ostens Kraft für ihre demokratischen und nationalen Entwicklungen schöpfen können. Dies bedeutet gleichzeitig, dass wir den demokratischen Entwicklungen und dem Sozialismus in der Welt auf unsere Weise die sinnvollste Antwort geben.«

Die Frauenbewegung spielte eine entscheidende Rolle

Auf dieser Grundlage wuchs die kurdische Freiheitsbewegung und verstärkte im Laufe der Zeit ihren internationalistischen Charakter. Auch die Frauenbewegung spielte dabei eine entscheidende Rolle. Abdullah Öcalan erkannte von Beginn des Kampfes an, dass die Entwicklung der Frauenfreiheit unverzichtbar war und unternahm radikale Schritte, um die Glaubenssätze des patriarchalen Systems zu durchbrechen. Sakine Cansız (Sara), eine der führenden Persönlichkeiten der Bewegung, gehörte mit ihrem Widerstand und ihrer vorbildlichen Haltung zu denjenigen, die am stärksten an dieses Prinzip glaubten. Sie hatte schon am Gründungskongress der PKK teilgenommen und zeigte nicht nur den kurdischen Frauen, sondern auch den Frauen anderer Völker den Weg zur Freiheit. Mit ihrer heldenhaften Haltung im Gefängnis von Amed (türk. Diyarbakır) verkörperte Sakine Cansız das insbesondere nach der Jugendbewegung von 1968 gestiegene Freiheitsstreben der Frauen und wurde so zu einem Symbol des Widerstands. Ihre mutigen Schritte in Richtung Freiheit beeinflussten auch die internationale Beteiligung von Frauen am Kampf der PKK. Einige Jahre nach der Gründung der Partei nahmen auch Frauen unterschiedlicher Glaubensrichtungen und Identitäten wie Êzidinnen, Tatarinnen, Turkmeninnen und Albanerinnen an den militärischen und politischen Ausbildungsgängen und Kongressen im Libanon teil. Diese Zusammensetzung, die insbesondere bei der Teilnahme von Frauen am 3. Kongress der PKK im Jahr 1986 deutlich wurde, gewann in den folgenden Jahren immer stärker an Inklusivität und Vielfalt.Der Kampf für die Freiheit der Frauen war einer der wichtigsten Faktoren, der zur Massenbewegung und zum Fortbestand der kurdischen Freiheitsbewegung beitrug. Abdullah Öcalan erkannte, dass Klassen- und nationale Kämpfe allein nicht ausreichen würden, um die sozialen Probleme zu lösen, und stellte die Frage der Freiheit der Frau, die seit jeher eines der grundlegendsten Probleme der Menschheit ist, in den Mittelpunkt des Kampfes. Dies war einer der Hauptgründe für die Massenmobilisierung der Bewegung. Mit der Perspektive »Der Grad der Freiheit der Frau bestimmt den Grad der Freiheit der Gesellschaft« setzte er die Messlatte für die Freiheit immer höher und legte damit gleichzeitig eine Richtung fest, in der alle Frauen sich in diesem Kampf wiederfinden konnten. Er kam zu dem Schluss, dass vor allem auch in der Frauenfrage eine Revolution der Denkweise erforderte und legte den Schwerpunkt auf die Analyse der Lage der Frauen, die er als das erste unterdrückte Geschlecht, als erste unterdrückte Klasse und als erste unterdrückte Nation definierte. Die umfassende Analyse der Situation der Frauen und Familien, die zusammen mit der kurdischen sozialen Realität die Grundlage für die bisherigen Kolonialpraktiken der herrschenden Mächte bilden, sowie die in diesem Zusammenhang unternommenen Schritte haben dazu geführt, dass Frauen unterschiedlichster Identitäten sich diesen Kampf zu eigen gemacht haben.

Andrea Wolf, Symbol des internationalistischen Kampfes

Die Frauenbewegung, die mit der Leidenschaft tausender Kämpferinnen für die Freiheit im nationalen Kampf ein einzigartiges militärisches, politisches und soziales Organisationsniveau erreichte, entwickelte sich organisatorisch weiter und setzte sich immer höhere Ziele. I – von der 1987 gegründeten eigenständigen Frauenorganisation Yekîtiya Jinên Welatparêz a Kurdistan – YJWK bis hin zur Gründung der Frauenpartei Partiya Jinên Azad a Kurdistan – PAJK – nahmen internationalistische Frauen eine führende Rolle ein. Hüsne Akgül (Mizgin Türkmen), Afitap Demirer (Rûken Çiya), Nermin Akkuş (Helîn Çerkes), Sanem Bertan (Canda Türkmen), Ümran Yıldırım (Ronahî Emek), Ülkü Bahçeci (Özgür), Fatma Özen (Rojbîn Arap), Andrea Wolf (Ronahî), Uta Schneiderbanger (Nûdem), Ekin Ceren Doğruak (Amara), Nuran Er (Gülnaz Ege) und Nazlı Taşpınar (Emine Erciyes) sind die ersten Vorreiterinnen des Internationalismus in der Frauenbefreiungsbewegung in Kurdistan.Die Frauen, die sich mit internationalistischem Bewusstsein der Bewegung anschlossen, betrachteten die Freiheit nicht nur als einen Kampf der Geschlechter, sondern kämpften auch gegen die ethnischen und klassenbezogenen Praktiken des Kolonialismus. Als der Freiheitskampf wuchs und Grenzen überwand, schlossen sich auch Aktivistinnen aus anderen Kontinenten an, wie beispielsweise die deutsche Revolutionärin Andrea Wolf (Ronahî). Sie trat 1996 der PKK bei und entschied, in Botan, einem der am stärksten vom Krieg betroffenen Gebiete, in der Guerilla zu kämpfen. Sie glaubte, dass die Prinzipien der Frauenbefreiung nur durch einen entschlossenen Kampf verwirklicht werden könnten. Dazu wollte sie in den Bergen beitragen, indem sie sich an die Seite der Guerillakämpferinnen stellte. Andrea Wolf bekundete mutig ihren Glauben an den Internationalismus, indem sie den türkischen Soldaten, die sie töteten, vor ihrem Tod ins Gesicht sagte: »Ich bin Internationalistin, ich bin Sozialistin. Das habe ich in der PKK gesehen, und ich bin hier für die Freiheit aller Menschen.«

Die Ideologie der Freiheit stärkte die Basis des gemeinsamen Kampfes

Dieser internationale Geist in den Reihen der Guerilla spiegelte sich auch in den sozialen Aktivitäten der Frauenbefreiungsbewegung wieder. Nachdem die YAJK 1995 erstmals offiziell an der von den Vereinten Nationen initiierten 4. Weltfrauenkonferenz in Peking teilgenommen hatte, beteiligte sich die Frauenfreiheitsbewegung in den folgenden Jahren an zahlreichen internationalen Plattformen, Konferenzen, Veranstaltungen, Frauennetzwerken und Treffen mit dem Ziel, den internationalen Kampf weiterzuentwickeln. Insbesondere seit den 2000er Jahren wurden in Kurdistan und Europa zahlreiche Konferenzen und verschiedene Treffen auf internationaler Ebene organisiert, um die Frauenbefreiungsbewegung bekannt zu machen und die Solidarität unter Frauen zu stärken.

Der wichtigste Faktor für die Verwirklichung der internationalen Ziele der Freiheitsbewegung war jedoch die Entwicklung im ideologischen Bereich. Die kurdische Frauenbewegung, die mit der Gründung einer eigenen Frauenarmee – eine Premiere in der Weltgeschichte – ihr Streben nach Freiheit zum Ausdruck brachte, konkretisierte ihre Prinzipien 1998 mit der Erklärung der Ideologie der Frauenbefreiung. Das Paradigma der Basisdemokratie, Ökologie und Frauenbefreiung, das Abdullah Öcalan nach dem İmralı-Prozess niederschrieb, gab mit seinen universellen Werten der internationalen Bewegung neuen Schwung. Der sich immer weiter entwickelnde Kampf für die Freiheit der Frauen, der durch die Jineolojî einen wissenschaftlichen Rahmen erhielt und sich durch seine eigenständige, autonome Organisation auszeichnete, wurde durch unzählige Arbeiten und Kampagnen mit unterschiedlichsten Frauengruppen diskutiert und weitergegeben und entwickelte sich so zu einer gemeinsamen weltweiten Grundlage für den Kampf der Frauen. Diese Schritte waren für den langfristigen und organisierten Kampf der Frauen gegen das patriarchale System von großer Bedeutung.

Rojava – Ergebnis des internationalen Kampfes

Die Rojava-Revolution, die durch ihren Widerstand, ihre Perspektive des demokratischen Sozialismus und ihr Paradigma einer demokratischen, ökologischen und auf der Freiheit der Frauen basierenden Gesellschaft Aufmerksamkeit erregte, war ein Prozess, in dem internationale Solidarität und Beteiligung auf höchstem Niveau gelebt wurden. An der Rojava-Revolution nahmen Tausende von Revolutionär:innen aus aller Welt teil, darunter die Argentinierin Alina Sanchez, die Britin Anna Campbell, die Deutschen Eva Maria Steiger und Ivana Hoffmann, die Syrerin Muna Mustafa, die Türkinnen Ayşe Deniz Karacagil und Sibel Bulut. Diese revolutionären Frauen haben mit ihrem beispiellosen Heldentum und dem von ihnen vertretenen internationalistischen Geist und Bewusstsein eine neue Phase des Kampfes eingeleitet. Die Rojava-Revolution, die sich im Rahmen des internationalen Kampfes entwickelte, gab trotz der ununterbrochenen vielfältigen Angriffe des patriarchalen Systems ihren Anspruch auf ein freies Leben nicht auf. Im Laufe der Revolution zeigte sie die Schönheit eines auf der Freiheit der Frauen basierenden Lebens und ihre Vorteile für die Gesellschaft auf. Die Erfahrungen der Rojava-Revolution, die 2026 erneut zum Ziel von Angriffen der Allianz des patriarchalen Systems wurde, sollten als einzigartiges Erbe der Geschichte der Frauenfreiheit weltweit gewürdigt werden. Da die Rojava-Revolution auf der Freiheit der Frauen basiert und der internationalistische Kampf hier am deutlichsten zum Ausdruck kommt, ist es wahrscheinlich, dass sie und die von ihr geschaffenen Werte in nächster Zeit noch schwereren Angriffen ausgesetzt sein werden. Diese Angriffe sollten jedoch nicht dazu führen, dass wir aufgeben, den internationalen Kampf in Rojava abwerten oder ihn ganz einstellen, sondern im Gegenteil, dass wir ihn weiter ausbauen, ihn zu einer dauerhaften, wirkmächtigen Organisationsstruktur machen und ihn in der Welt verbreiten. Die Frauenrevolution, eine der ersten in der Geschichte der Menschheit, darf nicht nur auf Rojava und nicht auf die Gegenwart beschränkt bleiben, sondern die Hoffnung für Frauen auf ein Leben in Freiheit, der Mut zu ihrer Verwirklichung und der Widerstand müssen ständig lebendig gehalten werden.

Ein neuer Internationalismus

Die Angriffe der kapitalistischen Moderne in Kurdistan und anderen Ländern der Welt machen einen vielschichtigen internationalen Kampf dringend erforderlich. Die hegemonialen Kräfte, die in der Geschichte den Faschismus gegen den Sozialismus und die internationalistische Solidarität eingesetzt haben, greifen heute auf neue Versionen dieser Denkweise zurück. Während die Forderungen der Völker nach Demokratie ignoriert werden und der Dritte Weltkrieg eskaliert, kommen in Afghanistan die Taliban und in Syrien dschihadistische Kräfte wie HTŞ an die Macht. Als Teil dieses Projekts werden die in der Vergangenheit verdeckt geschlossenen Bündnisse mit dschihadistischen Kräften heute offen und mit Zustimmung der Länder der Welt und internationaler Institutionen wie der UNO legitimiert. Die neue Weltordnung, die von den herrschenden Mächten mit unmoralischen, barbarischen und kriminellen Methoden durchgesetzt wird und die eine Bedrohung für alle Werte der Gesellschaft und die Freiheit der Frauen darstellt, führt zu Willkür, Massakern und Völkermorden. Diese sich verschärfende Grausamkeit macht einen gemeinsamen Kampf umso notwendiger. Angesichts der totalen Zerstörung und Skrupellosigkeit der Hegemonialmächte gegenüber der Gesellschaft, den Frauen und der Natur ist es eine vorrangige Aufgabe, einen internationalen Kampf zu entwickeln, der universelle moralisch-politische Werte verkörpert und den Freiheitsforderungen der Völker entspricht. Abdullah Öcalan betont die Notwendigkeit dessen wie folgt: »Für eine neue menschliche Ordnung ist es unumgänglich, dass die grundlegenden Probleme der Menschheit aus einer sozialistischen Perspektive sowohl philosophisch und moralisch als auch wissenschaftlich gelöst werden. In diesem Sinne ist ein neuer Internationalismus gegen imperialistische Unordnung und Chaos unvermeidlich … Ein neuer internationaler Ansatz wird sich zunehmend bemerkbar machen. Genauer gesagt, wird er sich sowohl an konkreten nationalen Grenzen als auch an universellen Grenzen zeigen. Eine sozialistische Internationale, die die Beziehungen zwischen Gesellschaft und Natur gut formuliert, ist ein wichtiges Bedürfnis und es wird vielleicht das Richtige und Notwendigste sein, das kommende Jahrhundert unter dem Banner einer solchen Internationale zu begrüßen.«2

Der Frauenkonföderalismus zielt auf einen gemeinsamen Kampf ab

Die Verwirklichung dieser Funktion des neuen Internationalismus, auf die Abdullah Öcalan hingewiesen hat, ist nur mit der Beteiligung und unter der Vorreiterrolle der Frauen möglich. Aus diesem Grund ist der Frauenkonföderalismus einer der wichtigsten Bereiche des Kampfes im neuen Internationalismus. Der demokratische Weltfrauenkonföderalismus, der auf einer universellen Lösungsperspektive basiert, ist eine strategisch wichtige Organisationsform, die Frauen dabei helfen wird, ihre Ziele zu erreichen. Er zielt nicht nur darauf ab, die Erfahrungen aus dem Kampf für die Freiheit der Frauen in Kurdistan mit Frauen auf der ganzen Welt zu teilen und den Widerstand der Frauen weltweit zu unterstützen; sondern auch darauf, weitergehend den Horizont, die Kraft und das Handeln zu erweitern und einen gemeinsamen Kampf zu führen. Der Frauenkonföderalismus, der sich langfristig und in all seinen Facetten mit der Frage der Frauenfreiheit befasst, sieht eine Perspektive vor, die auf einer breiten Organisation, einem Bündnis der Kräfte, Solidarität und der Vertiefung von Beziehungsnetzwerken basiert. Er reagiert auf das Streben der Frauen weltweit nach Freiheit und bietet mit seinem auf der Einheit der Unterschiede basierenden Verständnis von Kampf die Möglichkeit, Alternativen zu den Angriffen des patriarchalen Systems in allen Bereichen zu entwickeln und so Frauen die Möglichkeit zu geben, sich in allen Bereichen zu organisieren. Die Demokratie, in der der Frauenkonföderalismus zum Leben erwacht, die Freiheit der Frauen und das auf Ökologie basierende Paradigma sind grundlegende Faktoren, die den kommunalen, sozialistischen und internationalen Kampf stärken werden.

Frauen weben mit ihrem Widerstand die Zukunft

Wie in allen Revolutionen sind Jugendliche und Frauen die dynamischsten Kräfte der Gesellschaft und führen diesen Kampf an. Die sinnvollste Antwort junger Menschen, die für die Interessen der herrschenden Kräfte an die Kriegsfronten geschickt und für alle möglichen Spezialkriegspraktiken instrumentalisiert werden, ist der internationalistische Kampf. Die universellen Werte, die diesen Kampf stärken, sind weder örtlich noch zeitlich beschränkt. Trotz aller Angriffe bestehen diese Tatsachen weiterhin und sorgen dafür, dass der Widerstand in unterschiedlicher Form auf der ganzen Welt fortgesetzt wird, dass die Plätze unter der Führung von Jugendlichen und Frauen nicht leer bleiben und dass sie sich, wie in Rojava, gegen die Barbarei und das Chaos wehren, das die Kräfte der kapitalistischen Moderne den Völkern auferlegen. Die Angriffe des patriarchalen Systems, die auf den Widerstand der Frauen und das gesellschaftliche Miteinander abzielen, stoßen auf die Barrikaden dieses Widerstands. Frauen bestehen durch ihren Widerstand darauf, eine freie Zukunft zu gestalten. Die universelle Umsetzung dieses Widerstands, der das Leben ermöglicht, ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit.

 

1 Kemal Pir (geb. 1952 Güzeloluk, gest. 07.09.1982 im berüchtigten Folter­gefängnis von Amed (Diyarbakır)) und Haki Karer (geb. 1950 Ulubey, gest. 18. Mai 1977 in Dîlok (Gaziantep)) waren zwei türkischstämmige Gründungsmitglieder der kurdischen Befreiungbewegung,aus der heraus sich nach der Ermordung Haki Karers die PKK gründete.
2 Abdullah Öcalan »Am Sozialismus zu festzuhalten heißt, an der Menschlichkeit festzuhalten«, Weşanen Serxwebûn, 1987. [Die Übersetzung des titelgebenden Zitats lautet häufig auch »Das Beharren auf Sozialismus ist das Beharren auf Menschsein«].


Kurdistan Report 241 – April / Mai / Juni 2026

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